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NOZ, 8 5. 2017

Vier Saxophone im Iburger Schloss
Frischer Bläserwind mit dem „Pindakaas Quartett“

von Thomas Hitzemann

Bad Iburg. Gelungene Transkriptionen machen doppelt Freude: Das Vergnügen am Wiedererkennen von Stücken und der Spaß an ihrer klanglichen Verwandlung. Beides darf das Publikum im Rittersaal beim Konzert des „Pindakaas Saxophon Quartetts“ in vollen Zügen genießen. .

Fanfaren eröffnen den Abend mit einem anonymen Schlachtengesang aus dem Frankreich des 15. Jahrhunderts. Ein durchsichtiges Klanggeflecht bieten die Bläser bei Giovanni Gabrielis Canzona à 4 aus dem 16. Jahrhundert. Arvo Pärts „Summa“, einziges Originalwerk für Saxofone, schließt sich nahtlos daran an, obwohl es 2009 komponiert wurde.  Aber erst Johann Sebastian Bachs „Contrapunkt 1“, aus der Kunst der Fuge, lässt die Saxofone mit ihren fließenden Phrasen richtig aufblühen. 

Quartett lässt Funke zum Publikum überspringen

Alle weiteren Werke des 20. Jahrhunderts sind Transkriptionen. Der sehr direkte Saxofonklang wirkt bei Astor Piazollas „Libertango“ jedoch zu gradlinig. Genau dieser Duktus aber eignet sich bestens für Isaac Albeniz Stücke aus dessen Suite espagnole op. 47. Geradezu einladend klingen „Sevilla“ und „Granada“. Leidenschaftlich tönt es bei „Asturias“. Fantasieanregend spielt das Saxofonquartett auch Jaques Iberts „Petit ane blanc“ aus dessen Histoires, und bei „Bajo la mesa“ springt der Funke zum Publikum dann endgültig über. 

Dem etwas abgeblätterten Lack von Samuel Barbers „Adagio For Strings“ op.11 tut der frische Klanganstrich durch Saxofone richtig gut. Bei keinem anderen Instrument aber hätten jene leicht jazzigen Stücke zum Schluss besser untergebracht werden können als beim Saxofon: etwa einige Kostproben aus der „Dreigroschenmusik“ von Kurt Weill oder Stücke wie „Summertime“ von George Gershwin.